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Fünf Dinge, die man beim Kauf eines SLM-Druckers berücksichtigen sollte

Auf dem Markt sind unterschiedlichste 3D-Metalldrucker erhältlich. Aus dieser Angebotsvielfalt das richtige Gerät für das eigene Unternehmen herauszufiltern, kann sich durchaus als „Challenge“ erweisen. Zumal es alles andere als einfach ist, beim Studieren von technischen Einzelheiten und Features den Überblick zu bewahren. Um sich beim Vergleich der einzelnen Geräte nicht in unwichtigen Details zu verlieren, sollte man sich beim Selektieren vor allem folgende Frage stellen: Welche Use Cases will ich damit abdecken? Das schränkt die Menge an Druckern, die in die engere Auswahl kommen, gemeinhin erheblich ein. Außerdem läuft man bei einer Fokussierung auf die tatsächlichen Erfordernisse nicht in Gefahr, eine Hardware zu kaufen, die einem de facto nichts bringt.

Die meisten Unternehmen, die einen 3D-Metalldrucker für industrielle Zwecke einsetzen möchten, entscheiden sich für Geräte, die auf der Technologie des selektiven Laserschmelzens (Selective Laser Melting – SLM) oder des selektiven Lasersinterns (Direct Metal Laser Sintering – DMLS) basieren. Beide Varianten funktionieren ähnlich. Preislich bewegen sich solche Drucker in einer Größenordnung zwischen 500.000 und zwei Millionen Euro. Das ist eine stattliche Investitionssumme, weshalb es sich empfiehlt, wirklich genau hinzusehen, bevor man kauft. Wir wollen Ihnen an dieser Stelle einen Leitfaden an die Hand geben, der Sie zum passenden Gerät führt.

Dazu sollten Sie folgende Überlegungen anstellen:

1. Welche Dimensionen werden Sie drucken?

Je größer die Druckerkammer, desto größere Teile können gedruckt werden. Kleinere SLM- und DMLS-Drucker verfügen über Kammern mit rund 125 mm³. Das größte aktuell auf dem Markt erhältliche Gerät ist der SLM 600 mit einer Druckkammer von 600 mm³.

David gegen Goliath – unterschiedliche Baukammergrößen für unterschiedliche große 3D-Metalldruckteile

Für den Druck relativ kleiner Einheiten (etwa Spezialteile für medizinische Implantate) ist eine kleine Maschine völlig ausreichend. Für größere Komponenten, beispielsweise Ausrüstung für das Innenleben eines Windrads, ist eine größere Kammer erforderlich.

Bauteile
Wenn es um 3D-Metalldruck geht, spielt Größe definitiv eine Rolle

2. Wie viele Laser benötigen Sie?

Beim 3D-Metalldruck schmelzen Laser das Metallpulver, um eine Komponente „aufzubauen“. Natürlich verfügen alle SLM- und DMLS-Modelle über zumindest einen Laser, sie können aber auch mit zwei, vier, acht oder sogar zwölf Lasern ausgestattet sein. Je mehr Laser der Drucker hat, desto schneller wird der Druck fertiggestellt. Eine Verdopplung der Laseranzahl reduziert die Druckzeit um (grob) die Hälfte. Jeder weitere Laser führt zu einer nochmaligen Beschleunigung des Arbeitsauftrags. Beachten Sie allerdings, dass Laser sehr teuer sind – jeder zusätzliche Laser hebt den Preis Ihres Geräts um weitere etwa 80.000 Euro.

3. Zielen Sie auf Prototypen oder auf eine Serienproduktion ab?

Planen Sie Ihren Drucker vorrangig für Prototypen von Einzelteilen oder für Versuche einzusetzen? Wenn ja, dann wird ein kleiner Drucker Ihren Aufgaben bestens gerecht.

Beachten Sie: Reicht Ihnen ein Bauteil?

Falls Sie hingegen mehrere Teile gleichzeitigen drucken wollen, ist die Anschaffung eines Geräts mit einer größeren Kammer wirtschaftlich sinnvoller. Damit können Sie mehrere Einheiten pro Baujob fertigen.

Oder streben Sie nach mehr?

4. Wie viel Energie werden Sie verbrauchen?

3D-Metalldrucker sind sowohl zeit- als auch energieintensiv. Der laufende Betrieb wird sich somit deutlich auf Ihre Stromrechnung auswirken. Kleinere Geräte verbrauchen weniger Energie und sind demnach für einen gelegentlichen Bau von Prototypen besser geeignet. Verwendet man für den gleichen Zweck eine größere Maschine, so wird für denselben Arbeitsauftrag bei unveränderter Größe des Werkstücks wesentlich mehr Energie benötigt.

Wird der Drucker aber für mehrere Druckaufträge eingesetzt, erweist sich ein größerer Drucker als wirtschaftlicher, da man pro Durchlauf mehrere Teile produzieren kann.

5. Wie schnell möchten Sie drucken?

3D-Drucker können Metallschichten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten schmelzen. Ein Drucker benötigt beispielsweise eine Sekunde, um eine einzige Metallpulverschicht zu schmelzen. Ein anderer braucht hingegen für den gleichen Vorgang zwei Sekunden. Auf den ersten Blick mag das vielleicht nicht nach einem gewaltigen Unterschied aussehen. Muss für einen Job aber eine Anzahl von 50.000 Metallschichten geschmolzen werden, so kann die Differenz den Arbeitsauftrag auf mehrere Werktage ausdehnen.

Schnellere Drucker sind natürlich teurer. Überlegungen zu der Geschwindigkeit, mit der man Arbeitsaufträge erledigen muss, zahlen sich somit durchaus aus. Wenn Ihnen eine Arbeitszeit von mehreren Tagen pro Durchlauf nichts ausmacht, kann Ihnen das eine Menge Geld sparen. Interessieren Sie sich hingegen für 3D-Druck, weil Sie damit rasch Prototypen fertigen wollen, dann führt eine schnellere Maschine zu deutlich weniger Frustration.

Bereit für die nächste Entscheidung

Mit der Beantwortung der genannten fünf Fragen lässt sich aber nicht nur die Treffsicherheit bei der Wahl des richtigen 3D-Metalldruckers für Ihre individuellen Bedürfnisse beträchtlich erhöhen. Mehr Wissen über Ihre konkreten Einsatzzwecke erweist sich auch als äußerst wertvoll, wenn Sie mit den Herstellern von 3D-Druckern in Kontakt treten.

Die nächste Entscheidung, die es für Sie zu treffen gilt, dreht sich um die Software, mit der Sie Ihre Teile designen und die Ihrem Drucker die entsprechenden Druckaufträge erteilt. Als einer der Top-Anbieter von Editiersoftware für SLM- und DMLS-Drucker kann Ihnen CADS Additive bei der Suche nach einer anforderungsgerechten Hard- und Software-Kombination helfen. Kontaktieren Sie uns noch heute und sprechen Sie mit uns über Ihre 3D-Druckstrategie.

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